Die Magie indischer Beilagen
Indische Beilagen sind weit mehr als nur eine nette Ergänzung zum Hauptgericht – sie sind ein zentraler Bestandteil des Essens. Sie balancieren Aromen, fördern die Verdauung und sorgen für eine harmonische Geschmackskomposition. Ob knusprige Brote, erfrischende Chutneys oder cremige Dal-Varianten – die Vielfalt ist beeindruckend. Jede Region Indiens hat ihre eigenen Spezialitäten, geprägt von Klima, Zutaten und kulturellen Einflüssen. Lass dich von diesen 12 authentischen Beilagen inspirieren und entdecke, wie sie indische Hauptgerichte perfekt ergänzen.
Die Top 12 indischen Beilagen – Überblick

1. Naan – Das weiche, fluffige Fladenbrot
Perfekt zu: Butter Chicken, Dal Makhani, Paneer Tikka Masala
Naan ist das wohl bekannteste indische Brot. In einem Tandoor-Ofen gebacken, bekommt es seine charakteristischen Blasen und den leicht röstigen Geschmack. Es gibt zahlreiche Variationen, wie Butter-Naan, Garlic-Naan oder gefülltes Keema-Naan mit Hackfleisch.
Regionale Herkunft: Naan ist besonders in Nordindien verbreitet, insbesondere in den Punjab- und Delhi-Regionen, wo es traditionell zu cremigen Currys und Tandoori-Gerichten serviert wird. In Zentralasien gibt es ähnliche Varianten wie das afghanische oder persische Naan, die sich durch unterschiedliche Zubereitungsmethoden unterscheiden.

2. Roti (Chapati) – Der gesunde Klassiker
Perfekt zu: Dal Tadka, Chana Masala, Baingan Bharta
Roti ist die gesunde Alternative zum Naan, da es ohne Hefe und Fett auskommt. Dieses Vollkornfladenbrot ist ein fester Bestandteil der nordindischen Küche und wird frisch aufgebacken serviert. Besonders in der Ayurveda-Ernährung gilt es als sattvisches (ausgleichendes) Nahrungsmittel.
Regionale Herkunft: Chapati oder Roti ist ein Grundnahrungsmittel in Nord- und Zentralindien, insbesondere in den Bundesstaaten Uttar Pradesh, Bihar, Rajasthan und Madhya Pradesh. Dort wird es oft mehrmals täglich gegessen und als Basis für viele Currys verwendet. In den südlichen Teilen Indiens hingegen sind Reis und Dosa dominanter.
3. Paratha – Das goldbraun gebratene Fladenbrot
Perfekt zu: Aloo Gobi, Saag Paneer, Linsen-Dal
Dieses vielschichtige, in Ghee gebratene Brot stammt aus Nordindien und kann pur oder mit Kartoffeln, Kohl, Spinat oder Käse gefüllt sein. In Punjab ist es ein beliebtes Frühstücksgericht.
Regionale Herkunft: Besonders in Punjab, Haryana und Delhi sind Parathas als deftige Frühstücksvariante beliebt. In Westbengalen gibt es zudem eine Variante namens Mughlai Paratha, die mit Eiern und Fleisch gefüllt ist. In Kerala existiert eine südindische Variante namens Malabar Paratha, die ähnlich, aber noch schichtiger ist.
4. Papadam – Der knusprige Knabberspaß
Perfekt zu: Sambar, Rasam, Biryani
Diese dünn frittierten oder gegrillten Linsenfladen sind in ganz Indien beliebt. Oft werden sie als Vorspeise mit Chutneys oder als Beilage zu Suppen serviert. Sie unterstützen die Verdauung und bringen einen angenehmen Crunch in die Mahlzeit.
Regionale Herkunft: Besonders verbreitet ist Papadam in Südindien, insbesondere in Tamil Nadu und Kerala, wo er oft zu Reisgerichten serviert wird. In Nordindien gibt es eine häufigere Variante namens „Urad Dal Papadam“, die aus schwarzen Linsen hergestellt wird.

5. Raita – Die kühlende Joghurtbeilage
Perfekt zu: Biryani, Kebabs, scharfe Currys
Ob Gurken-Raita, Bananen-Raita oder Bühnen-Raita – dieser gewürzte Joghurt sorgt für einen erfrischenden Kontrast zu scharfen und öligen Gerichten. Er unterstützt die Verdauung und hilft dem Körper, die Hitze der Gewürze auszugleichen.
Regionale Herkunft: Raita ist in ganz Indien verbreitet, wird aber besonders im heißen Norden Indiens, in Rajasthan und Punjab, als wichtige Abkühlung serviert. In den südlichen Bundesstaaten wird stattdessen oft Buttermilch (Chaas) bevorzugt.

6. Achar – Das intensive indische Pickle
Perfekt zu: Dal, Paratha, Reisgerichten
Indische Pickles sind in Essig oder Öl eingelegte Gemüse oder Früchte wie Mango, Limette oder Karotten. Sie geben jeder Mahlzeit einen würzigen, oft scharfen Kick und fördern die Verdauung.
Regionale Herkunft: Besonders in den Bundesstaaten Andhra Pradesh und Gujarat gibt es eine ausgeprägte Pickle-Kultur. Die dortigen Pickles sind oft extrem scharf und würzig, während in Nordindien mildere Varianten mit Senföl verbreitet sind.

7. Dal Tadka – Würzige Linsenbeilage
Perfekt zu: Reis, Roti, Subzis
Dal Tadka ist ein klassisches indisches Linsengericht aus gelben Linsen, die mit einer Mischung aus Kreuzkümmel, Knoblauch, Tomaten und Chili verfeinert werden. Die besondere Note erhält es durch das abschließende „Tadka“ – eine mit Gewürzen erhitzte Butter- oder Ölmischung.
Regionale Herkunft: Besonders in Nordindien, insbesondere in Punjab und Rajasthan, ist Dal Tadka weit verbreitet. In Zentralindien wird es oft mit Reis oder Fladenbrot als nährstoffreiche Hauptmahlzeit serviert. Südindische Varianten enthalten häufig Curryblätter und Senfsamen.

8. Basmati-Reis – Duftender Klassiker
Perfekt zu: Chicken Curry, Shahi Paneer, Rogan Josh
Basmati-Reis ist bekannt für sein langes Korn, sein nussiges Aroma und seine lockere Konsistenz. Er wird oft mit Gewürzen wie Kardamom, Zimt oder Safran verfeinert und ist die Basis vieler indischer Gerichte.
Regionale Herkunft: Der beste Basmati-Reis stammt aus dem Punjab-Gebiet in Nordindien sowie aus Pakistan. Besonders in der Mogul-Küche hat er eine lange Tradition und wird in Gerichten wie Biryani und Pulao verwendet.

9. Jeera Reis – Aromatischer Kreuzkümmelreis
Perfekt zu: Dal Fry, Bhindi Masala, Kofta Curry
Jeera Reis ist eine aromatische Beilage, die mit geröstetem Kreuzkümmel (Jeera) verfeinert wird. Die Gewürze werden in Ghee oder Öl angeröstet, bevor der Basmati-Reis hinzugefügt wird. Dadurch entsteht ein nussiges Aroma, das ideal zu vielen Currys passt.
Regionale Herkunft: Besonders in Nordindien, vor allem in den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Rajasthan, ist Jeera Reis beliebt. Er wird oft als einfache, aber geschmackvolle Beilage zu Dal und Gemüsecurrys serviert.

10. Lemon Rice – Erfrischender Zitronenreis
Perfekt zu: Sambar, Rasam, Kokosnuss-Curry
Lemon Rice ist eine beliebte südindische Reisbeilage, die durch frischen Zitronensaft, Kurkuma und aromatische Gewürze wie Senfsamen und Curryblätter ihren unverwechselbaren Geschmack erhält. Die leichte Säure und das intensive Aroma machen ihn zu einer erfrischenden und harmonischen Begleitung für viele Gerichte.
Regionale Herkunft: Lemon Rice stammt aus den südlichen Bundesstaaten Karnataka und Tamil Nadu. Besonders beliebt ist er als schnelles Mittagsgericht oder als Proviant für Reisen, da er auch kalt gut schmeckt und lange haltbar ist.

11. Bhindi Fry – Knusprig gebratene Okraschoten
Perfekt zu: Roti, Dal, Reisgerichten
Bhindi Fry ist ein einfaches, aber unglaublich geschmackvolles Gericht aus Okraschoten (Bhindi), die mit Gewürzen wie Kurkuma, Kreuzkümmel und Koriander gebraten werden. Die Zubereitung sorgt dafür, dass die Okra schön knusprig wird und ihre charakteristische Schleimigkeit verliert.
Regionale Herkunft: Besonders beliebt ist Bhindi Fry in Nord- und Westindien, insbesondere in den Bundesstaaten Punjab, Rajasthan und Maharashtra. In Gujarat wird es oft mit Joghurt serviert, während es in Bihar mit Senföl gebraten wird, was ihm ein besonders intensives Aroma verleiht.

12. Mango Chutney – Süß-scharfe Sauce
Perfekt zu: Pakoras, Samosas, gegrilltem Fleisch
Mango Chutney ist eine fruchtige, süß-scharfe Beilage aus reifen Mangos, die mit Gewürzen wie Chili, Ingwer, Kardamom und Senfsamen eingekocht wird. Es verleiht vielen Gerichten eine besondere geschmackliche Tiefe und passt ideal zu frittierten Snacks sowie würzigen Speisen.
Regionale Herkunft: Besonders in Westbengalen und Maharashtra ist Mango Chutney weit verbreitet. Während die bengalische Variante oft süßer und mit Panch Phoron (fünf-Gewürz-Mischung) gewürzt wird, ist die westindische Version meist schärfer und intensiver gewürzt.
Fazit: Abwechslung pur in der indischen Küche
Egal, ob du ein cremiges Dal, ein knuspriges Roti oder ein erfrischendes Raita suchst – indische Beilagen sind wahre Geschmacksexplosionen. Sie harmonieren perfekt mit den Hauptgerichten, balancieren die Aromen aus und bringen Abwechslung auf den Teller. Probier sie aus und erlebe die Vielfalt der indischen Küche!